Geschichte Dietenheims und Regglisweilers

Tottinheim und Regnolfsweiler

Gräberfelder aus der Hallstattzeit weisen auf eine frühe Besiedlung unserer Gegend durch die Kelten schon im 5 Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung hin.

Dietenheim ist mutmaßlich erstmals im Jahre 805 urkundlich erwähnt. 973 schenkt Herzog Berthold von Schwaben Güter bei Ulm, unter anderem auch in Tottinheim, an das Kloster Reichenau. 1273 wird Regglisweiler erstmals urkundlich als Regnolfsweiler erwähnt. 1280 wird Dietenheim als „oppidum suum proprium“ und 1313 als „forum“ bezeichnet, im 15. Jahrhundert als Markt. – Das sind frühe Hinweise auf die alte Handels- und Gewerbetradition Dietenheims. Als einzige Stadt zwischen Ulm und Memmingen war Dietenheim im Mittelalter mit Wall, Graben und Mauer befestigt und bot so seinen Bürgern Schutz.

Dietenheim erging es wie vielen Ortschaften ringsum: Es wechselten immer wieder die Herren, die den Ton angaben und den Zehnten einkassieren durften. Lange gehörte es den mächtigen Grafen von Kirchberg, später dem Herrscherhause Österreich, dann den Rechbergern, bis es diese 1539 an die Fugger veräußerten. Laut dem österreichischen Lehensbrief von 1539 für Anton Fugger wurden neben der Ortsherrschaft über Dietenheim der Blutbann, das Hochgericht, die Vogtrechte über die Untertanen, das Marktrecht sowie das Patronat über die Pfarrkirche verliehen.

Die Fugger herrschten rund 270 Jahre in Dietenheim. Sie errichteten in Dietenheim ein Schloss sowie in Regglisweiler-Brandenburg ein Sommerschloss und „Badhaus“. 1806 gelangte Dietenheim zum Königreich Bayern und seit 1810 ist die Illerstadt württembergisch. Der dauernde Wechsel des Landesherrn verschaffte Dietenheim und Regglisweiler nicht nur eine „krumme“ Grenze zu Bayern: so gehören die Sport- und Freizeitanlagen beider Orte zwar der Stadt, sie liegen aber auf bayerischem Gebiet, was immer wieder zu kuriosen „Grenzsituationen“ führt. Damals geriet zudem Dietenheims Stadtrecht in Vergessenheit bis es 1953 wieder bestätigt wurde.

Im Jahre 1929 wird Schloss Brandenburg Kloster als Mutterhaus der Immakulataschwestern. 1972 schlossen sich Dietenheim und Regglisweiler im Zuge der Gemeindereform zu einer Stadt zusammen.

Zeittafel

500 v. Chr. Gräberfelder aus der Hallstattzeit weisen auf eine frühe Besiedlung durch die Kelten hin.
805 Mutmaßliche erste urkundliche Erwähnung Dietenheims.
973 Dietenheim erscheint als ,,Töttinheim“ in einer Urkunde des Klosters Reichenau.
1273 Ulrich und Albert de Regnolfswiler (Regglisweiler) als Ministerialen der Grafen von Kirchberg-Brandenburg erwähnt.
1280 "Tuetinhein" wird als "oppidum" (Stadt) der Grafen Hartmann und Otto von Brandenburg genannt.
1446 Buppelin von Ellerbach verkauft die Herrschaft Brandenburg mit Dietenheim um 14000 Gulden an den Ulmer Patrizier Heinrich Krafft.
1539 Um 90000 Gulden geht die Herrschaft Brandenburg an Anton Fugger über.
1559 Erweiterung Dietenheims durch Überbauung des bisherigen Stadtgrabens.
1589 Bau der heutigen Pfarrkirche St. Martinus durch Philipp Eduard, Oktavian und Raimund Fugger.
16. Jrhdt. Erste Erwähnung der Brandenburger Mineralquelle.
1618-1648 Im Dreißigjährigen Krieg soll Dietenheim niedergebrannt worden sein.
1747 Graf Anton Sigmund Fugger lässt neben der Pfarrkirche ein dreiflügliges Schloss bauen.
1796 u. 1800 Französische Truppen besetzen Dietenheim.
1806 Dietenheim gelangt an das Königreich Bayern.
1810 Dietenheim wird württembergisch.
1824 Bau des Rathauses (mit Schulzimmer).
1830 Der Bankier Johann Gottlieb von Süßkind kauft die Grundherrschaft Dietenheim, lässt das Fuggersche Amtshaus abbrechen und ein Schloss bauen (das heutige Pfarrhaus).
1834 Bau der neuen Illerbrücke nach Illertissen.
1841 Neubau der Pfarrkirche St. Johannes Baptista in Regglisweiler.
1872 Gründung des Turnvereins (heute TSV), des ältesten Dietenheimer Vereins.
1901 Mit der Ansiedlung der Firmen Müller und Otto beginnt die Umwandlung Dietenheims zur Industriegemeinde.
1905 Gründung des TSV Regglisweiler, des ältesten Vereins des Stadtteils.
1910 Das große Illerhochwasser überschwemmt weite Teile Dietenheims und zerstört die neue Illerbrücke.
1925 Schloss Brandenburg wird Kloster.
1925 Erweiterung der Pfarrkirche St. Martinus.
1945 Am Südrand von Dietenheim verläuft die Grenze zwischen amerikanischer und französischer Besatzungszone.
1945-1950 Dietenheim nimmt rund 600 Heimatvertriebene auf. Mit der Auwaldsiedlung entsteht ein neuer Stadtteil.
1950 Umbau des Regglisweiler Rathauses, Anbau des Saals.
1953 Bau des Illerstegs zwischen Regglisweiler und Au.
1953 Bestätigung der Stadtrechte Dietenheims.
1955 Bau der evangelischen Kirche.
1966 Bau der neuen Schule (heute Hauptschule).
1972 Per Volksabstimmung wird Regglisweiler Teil der Stadt Dietenheim.
1975 Bau der Dietenheimer Sporthalle.
Seit 1979 Durchführung der Innenstadtsanierung mit Aussiedlung von Gewerbebetrieben, Schaffung und Modernisierung von Wohnraum und Renaturierung des Gießenbachs.
1991-1999 450 Aussiedler finden in Dietenheim eine neue Heimat.
1992 Fertigstellung des Autobahnzubringers und Innenstadtentlastung.
1994 Bau der betreuten Seniorenwohnanlage in Dietenheim.
Bau des Pflegeheims „St. Maria“ durch das Kloster Brandenburg in Regglisweiler.
Erweiterungsbau der Hauptschule und Schaffung einer Werkrealschule.
Heimatbuch "Dietenheim und Regglisweiler" erscheint.
1995 Bau des Regglisweiler Bürgerhauses.
1996-2002 Illersanierung und Renaturierung.
1999-2001 Schaffung neuer Gewerbe- und Industriegebiete.
2002-2003 Umbau und Erweiterung des Rathauses Dietenheim.
Sanierung der katholischen Kirche St. Johannes Baptist, Regglisweiler.
2005-2006 Sanierung des Kirchturms und der katholischen Kirche St. Martinus, Dietenheim.
2005-2007 Einrichtung einer Ganztagesschule mit Mensa und Umbau der Stadthalle.
2006-2007 Bau des Seniorenzentrums Dietenheim.
2008-2009 Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses.
2010 Neubau der Kinderkrippe „St. Martin“, Dietenheim Promenadeweg.
Energetische Sanierung von Schulgebäuden in Dietenheim und Regglisweiler.
Neugestaltung des Marktplatzes hinter dem Rathaus Dietenheim.
Bau einer zentralen Bushaltestelle beim Seniorenzentrum.
Fertigstellung der neuen Feuerwache in der Industriestraße.
2011 Beginn der Dammsanierungen an Iller und Gießen als Hochwasserschutzmaßnahme.
2012 Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage auf der Bauschuttdeponie „Beckenghau“ Regglisweiler.
Nach 32 Jahren endet die Amtszeit von Bürgermeister Sigisbert Straub, der zum Ehrenbürger ernannt wird.
Abschluss der Dammsanierungsarbeiten an der Iller.
2013 Baugebiet "Unterer Wangener Weg II", mit rund 20 neuen Bauplätzen am nördlichen Ortsrand von Regglisweiler.
Einrichtung einer Gemeinschaftsschule in Kooperation mit der Gemeinde Illerrieden – neuer Name ist „Gemeinschaftsschule im Illertal“.
2014 Fertigstellung des neuen Kindergartens „St. Maria“ in Regglisweiler mit 4 Gruppen und Kleinkindbetreuung.
Funktionale Sanierung und Fertigstellung der Turnhalle in Regglisweiler.
Baugebiet „Nesselbosch“ in Dietenheim mit 23 Bauplätzen. 
... bis 2018 Forschungsprojekt „Dietenheim zieht an“ zur textilen Vergangenheit, mit Verkaufs-Ausstellungen, Umfragen und Nachhaltigkeits-Projekten.
Einrichtung von Asylbewerberunterkünften in der Zollbergstraße und der Christian-Heinrich-Müller-Straße.
2015 Einführung der freiwilligen Ganztagsschule an den Grundschulen Dietenheim, Regglisweiler und der Förderschule Regglisweiler.
Stadtkernsanierung mit Beginn der Neugestaltung der Königstraße.
Neugestaltung des „Kirchplatzes“ mit „Stadtcafé“.
Sanierung des städt. Gasthauses „Rose“.
2016 Fortführung der Innenstadtsanierung mit Neugestaltung der Königstraße.
Umbau, Erweiterung und Sanierung der Grundschule Dietenheim (Teil 1).
Umbau eines Wohnhauses zum Jugendhaus am Schulcampus.
Schaffung von Parkflächen im Rahmen der Stadtsanierung, vor der Grundschule sowie zwischen Königstraße und Bachgasse.
2017 Fortsetzung Sanierung der Königstraße Abschnitt II.
Energetische und optische Sanierung des Mensagebäudes/Grundschule (Teil 2).
Schaffung von rd. 35 Parkplätzen, Krumme Gasse und Ecke Königstraße/Wainer Straße.
Fertigstellung der Glasfaserverbindung Weihungszell - Regglisweiler für ein schnelles Internet.
Enthüllung der Bronzefigur „auf schmalem Grat“ vom Dietenheimer Künstler Wolfgang Schaller auf dem Kirchplatz.
Die Grundschule und Förderschule in Regglisweiler erhalten den Namen „Brandenburgschule“.
2018 Fortsetzung Sanierung der Königstraße Abschnitt II.
Baugebiet „Südliche Ortslage 2“ südlich der Martin-Adolff-Straße, Schaffung von ca. 25 Bauplätzen.
Abbruch des alten Kindergartens St. Maria und Neugestaltung der Ortsmitte Regglisweiler zwischen Schule und Friedhof mit Platz, Parkplätzen und Erweiterung des Friedhofs.