Besichtigungen und Führungen außerhalb der Gottesdienste sind möglich.

Nähere Auskünfte beim katholischen Pfarramt:

St. Martinus Dietenheim
Königstr. 88
Dietenheim
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Das Heilige Grab

Besuchermagnet vor Ostern

Drei Wochen vor Ostern wird in der Dietenheimer Pfarrkirche St. Martinus das Heilige Grab aufgebaut. Es nimmt mit seinen monumentalen Maßen von 8,5 Metern Breite und 9 Metern Höhe den gesamten Altarraum ein und gleicht einem barocken Hochaltar. In 45 Szenen und Symbolen zeigt es das Leiden und Sterben Jesu, sowie die alttestamentarischen Vorbilder der Erlösung.

Die Tradition des Heiligen Grabes geht zurück bis ins Mittelalter, als in der Fastenzeit der meist prunkvolle Hochaltar durch Leinentücher, die so genannten Hungertücher verhängt wurde. Auch in Dietenheim war im Mittelalter bis zum Beginn der Neuzeit ein derartiges Hungertuch im Gebrauch, das im Inventarverzeichnis der Kirche von 1564 erwähnt wird.

Das aus dieser Tradition entstandene Heilige Grab wurde im Jahr 1727 im prachtvollen Barockstil von dem aus Tirol nach Dietenheim zugewanderten Maler Franz Xaver Forchner geschaffen. Vermutlich handelt es sich um eine Stiftung des Grafen Franz Adam Fugger und seiner Frau Isabella von Schomburg deren gemeinsames Wappen auch darauf zu sehen ist.

Im Jahr 1872 renovierte der Dietenheimer Malermeister Josef Zeller das Heilige Grab. Dieser verewigte in Reaktion auf dessen Haltung im Kulturkampf den damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck im Kopf des Hundes zu Füßen des Hohen Priesters.

Nachdem 1956 die Liturgie erneuert wurde versank das Hl. Grab in der Versenkung. Nach grundlegender Renovierung im Jahr 1978 wird es wieder jedes Jahr drei Wochen vor Ostern bis zum Ende der Karwoche aufgestellt und bildet als wahrscheinlich letztes seiner Art in Süddeutschland einen einzigartigen Anziehungspunkt für Besucher aus nah und fern.

 
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